Neues Projekt "Auszeit für Gesundheit" im Jobcenter

Bei geschätzt 40 Prozent der Kundinnen und Kunden im Jobcenter Schwalm-Eder liegen dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen vor, die einer Arbeitsaufnahme im Weg stehen. „Wir können solche gesundheitlichen Gründe oftmals nur vermuten und selbst wenn uns der Kunde diese mitgeteilt hat, waren unsere Unterstützungsmöglichkeiten bislang begrenzt“, sagte Geschäftsführer Hans-Gerhard Gatzweiler.

Ein neues Projekt – finanziert aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales – ermöglicht es Kundinnen und Kunden ab 40 Jahren nun, sich mit professioneller Unterstützung der eigenen Gesundheit zu widmen. „Für das Projekt „Auszeit für Gesundheit haben wir in unseren Räumlichkeiten ein Team aus Fachpersonal neu aufgebaut. Dieses berät und begleitet die Kundinnen und Kunden dabei, wieder fit für den Arbeitsmarkt zu werden. Selbstverständlich ist die Projektteilnahme freiwillig“, erklärte Andreas Schnücker, Projektleiter im Jobcenter Schwalm-Eder. Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter, fügte hinzu: „Ich freue mich, dass das Jobcenter Schwalm-Eder und seine Projektpartner für ihr Konzept die Förderzusage erhalten haben, zumal das Bundesarbeitsministerium weniger als die Hälfte der knapp 70 eingereichten Projektskizzen berücksichtigt hat.“

3 Phasen der Auszeit
In der „Intensivphase“ (bis zu 6 Monate) geht es für die Kundinnen und Kunden zunächst darum, den Gesundheitszustand festzustellen und die Erwerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen. So könnten beispielsweise gesundheitsfördernden Angebote wahrgenommen werden. In der anschließenden Stabilisierungsphase (max. 12 Monate) werden dann erste Schritte in Richtung Arbeitsaufnahme unternommen. Auch bei einer Arbeitsaufnahme werden die Projektteilnehmer in einer „Sicherungsphase“ weiterhin zu gesundheitlichen Themen gecoacht und beraten (max. 6 Monate).

Neue „Zentren für Gesundheit“
Direkt in seinen Gebäuden hat das Jobcenter Schwalm-Eder vier „Zentren für Gesundheit“ eingerichtet. Dort werden die Kundinnen und Kunden während der gesamten Projektlaufzeit von sogenannten „Gesundheitslotsen“ beraten, wie sie ihren Gesundheitszustand verbessern können. Unterstützung erhalten Sie dabei von einer Ärztin sowie einer Psychologin, die für das Projekt ebenfalls neu angestellt wurden.

Weitere Unterstützung durch regionale Partner
Je nach gesundheitlicher Situation können bei Bedarf und nach Absprache weitere Partner hinzugezogen werden: Das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder-Nord, das OIKOS Sozialzentrum, die GSM Training & Integration GmbH sowie die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder bieten zusätzliche spezifische Beratung sowie verschiedene Gruppenangebote an – etwa zu den Themen Ernährung und Bewegung.

Verbundpartner in den benachbarten Landkreisen
Durchgeführt wird das Projekt im Verbund mit dem KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf und dem Jobcenter Waldeck-Frankenberg. „Ziele und Aufbau der „Auszeit für Gesundheit“ sind immer gleich, in der Praxis unterscheidet sich die Durchführung des Projekts daher nur in Details“, erläuterte Schnücker. "In Waldeck-Frankenberg führen wir das Projekt an den Standorten des Kreisverbandes der Treffpunkte durch", so Uwe Kemper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Korbach. „Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf haben wir außerhalb des Jobcenters ein „Zentrum für Gesundheit, Prävention und Teilhabe“ geschaffen, womit wir die Hemmschwelle zur Teilnahme senken wollen“ ergänzt Verbundkoordinatorin Dr. Pia Hoppe vom KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf.

Bundesprogramm „rehapro“
„Auszeit für Gesundheit“ ist ein Projekt des Bundesprogramms „rehapro“. Dort sollen neue Leistungen und organisatorische Maßnahmen erprobt werden, um die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch besser zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Neben diesem Erkenntnisgewinn soll auch die Zusammenarbeit von medizinischen und beruflichen Rehabilitationseinrichtungen weiter verbessert und der Zugang in die Erwerbsminderungsrente und die Eingliederungshilfe bzw. Sozialhilfe nachhaltig gesenkt werden. Im Rahmen des neuen Bundesteilhabegesetzes stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Jobcentern und Rentenversicherungsträgern für die nächsten fünf Jahre umfangreiche Projektmittel für „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ zur Verfügung.

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