Arbeitslosengeld II

Grundsicherung für Arbeitsuchende

Ihr Bezug von Arbeitslosengeld endet bald und Sie haben noch keine neue Anstellung gefunden? Sie gehen einer Arbeit nach, aber das Gehalt reicht nicht, um Ihre laufenden Kosten zu decken? Dann haben Sie möglicherweise einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II: Mit einem Fragekatalog hilft Ihnen der „digitale Lotse“ dabei, dies herauszufinden.

Das Arbeitslosengeld II als finanzielle Unterstützung nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) stellt die sogenannte "Grundsicherung für Arbeitsuchende" dar. Als Leistung für erwerbsfähige und hilfebedürftige Menschen wird das Arbeitslosengeld II (ALG II) aus Steuermitteln finanziert und ist auch unter dem Begriff "Hartz4" bekannt.

Corona: Erleichterter Zugang zu Arbeitslosengeld II

Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber den vereinfachten Zugang zu Leistungen der Grundsicherung ("Arbeitslosengeld II", kurz: ALG II) bis zum 31.03.2021 verlängert. Den vereinfachten Antrag auf Arbeitslosengeld II können Sie hier als PDF herunterladen.

Die Vereinfachungen in der Übersicht:

  • Aussetzen der Vermögensprüfung
    Bewilligungszeiträume, die bis zum 31.03.2021 beginnen, werden unter erleichterten Bedingungen bearbeitet. Wer in diesem Zeitraum erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes in den ersten 6 Monaten des Bewilligungszeitraumes behalten.

  • Kosten der Unterkunft werden übernommen
    Wenn ein Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung vorliegt, erkennt das Jobcenter die tatsächlichen Kosten der Unterkunft inklusive Heizung und Nebenkosten als Bedarf in den ersten 6 Monaten des Bezugs an.

  • Regelung gilt teilweise auch für Weiterbewilligungsanträge
    Diese Regelungen greifen auch für Weiterbewilligungsanträge, bei denen der Bewilligungszeitraum spätestens am 31.03.2021 beginnt.

Wie setzt sich das Arbeitslosengeld II zusammen?

Regelbedarf: Sicherung des Lebensunterhalts

Mit dem Regelbedarf sollen Sie die Kosten für den täglichen Bedarf abdecken können - etwa für Lebensmittel, Kleidung, Körperpflege, Strom und Haushaltsgegenstände. Für die Sicherung ihres Lebensunterhalts erhalten Sie einen monatlichen Pauschalbetrag. Wie Sie diesen Betrag verwenden, entscheiden Sie selbst. Es ist jedoch ratsam, monatlich einen Betrag anzusparen - für den Fall, dass Sie zum Beispiel ein Haushaltsgerät ersetzen müssen. Die genauen Beträge des Regelbedarfs hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Internetseite veröffentlicht, diese finden Sie hier.

Bedarf für Unterkunft und Heizung

Sie wohnen zur Miete? Die Kosten der Unterkunft (KdU), Heizung und Betriebskosten ("Nebenkosten") werden vom Jobcenter übernommen. Allerdings muss das Jobcenter Schwalm-Eder darauf achten, dass die Mietkosten und die Größe der Wohnung bestimmte Richtwerte nicht überschreiten. Eine Übersicht über die angemessenen Kosten der Unterkunft im Sinne des SGB II ist hier hinterlegt.

Mehrbedarf: Zuschüsse in besonderen Lebenslagen

Mit dem Mehrbedarf erhalten Sie einen Zuschuss für Kosten in besonderen Lebenslagen - zum Beispiel, wenn Sie schwanger und/oder alleinerziehend sind oder Sie sich aus medizinischen Gründen kostenaufwändig ernähren müssen.

Einmalbedarfe: Einmalige Unterstützung

Einmalige Unterstützung können Sie auf Antrag in Form von Geld- oder Sachleistungen (Gutscheine) erhalten - zum Beispiel, wenn Sie Ihre erste eigene Wohnung einrichten, Sie Schwangerschaftsbekleidung benötigen oder eine Erstaustattung für Ihr Baby anschaffen möchten.

Bildung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen: Das Bildungspaket

Die Leistungen für Bildung und Teilhabe - auch Bildungspaket genannt - helfen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsen bis 25 Jahre besser am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können. Diese zusätzlichen Zuschüsse gibt es auf Antrag zum Beispiel für Schulausflüge, Nachhilfe, den Sportverein oder zusätzlichen Musikunterricht.

Vorrangige Leistungen

Vorrangige Leistungen haben "Vorrang" vor dem Bezug von Arbeitslosengeld II und müssen bei den entsprechenden Stellen daher vorrangig beantragt werden.

Hierunter fallen insbesondere:

  • Kindergeld der Familienkasse
  • Unterhaltsvorschuss des Jugendamtes
  • Renten
  • Arbeitslosengeld
  • Wohngeld
  • Kinderzuschlag